So lässt sich unsere Demokratie verbessern

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Jürgen Wiebicke im Gespräch mit Joachim Scholl zu „Zehn Regeln für Demokratie-Retter“

Die Demokratie ist in der Krise. Die politischen Verhältnisse etwa in der Türkei oder den USA führen zu Verunsicherung und Pessimismus. Viele sind auch mit den Politikern hierzulande unzufrieden. Der Journalist Jürgen Wiebicke hat zehn Regeln zur Rettung der Demokratie entwickelt.

„Die Demokratie ist kein Haus, das fertig gebaut ist, in einer Krisenzeit muss man das Demokratiehaus umbauen.“ Dies ist ein Ausgangsgedanke des philosophischen Journalisten Jürgen Wiebicke in seinem neuen Buch.

Ein Grundproblem sieht er darin, dass wir schon länger ohne Visionen leben. „Jede Generation vor uns hatte Vorstellungen von einem besseren Leben und einer besseren Gesellschaft“, behauptet er. „Es geht auch sehr um die Frage, wie kriegt man wieder solidarische Verhältnisse hin?“ Um eine Demokratie für alle lebbar zu machen, müssen Ungerechtigkeiten minimiert werden.
Verbessern lässt sich am Ehesten etwas vor der eigenen Haustür

Jürgen Wiebicke empfiehlt, nicht mit der Weltperspektive anzufangen, wenn man etwas verbessern möchte in der Demokratie, sondern im Kleinen, im eigenen Kiez, anzufangen. „Demokratie mitgestalten heißt, ich merke, es kommt auf mich an.“

„Mit Wut kann man nichts bewegen.“ Wiebicke plädiert für das Vertrauen in die Macht der Gespräche und öffentlichen Diskussionen. Es gehört für ihn zur Demokratie, über Kommunikation Konflikte auszutragen.
Erst zuhören, dann nachdenken und zum Schluss Kontra geben

In der Auseinandersetzung mit Parteien wie der AfD gehe es erst einmal darum zuzuhören. Nachzudenken. Und dann Kontra zu geben. Diese Reihenfolge ist wichtig. Bei den Vertretern dieser Partei handelt es sich häufig um „Scheinriesen“ – meist reicht es schon, mal nachzufragen, was diese Partei denn verändern würde in den Bereichen Kultur, Finanzpolitik oder Klimawandel. Sehr schnell wird dann klar, dass es keine politischen Konzepte gibt.

Auch in der Auseinandersetzung mit Büchern aus dem rechtsintellektuellen Bereich sei es wichtig, zuerst zu analysieren, wie gedacht wird. Und dann dieses Denken mit all den Widersprüchen öffentlich kenntlich zu machen. „Unsere eigene Perspektive auf die Gesellschaft sollte nicht sein, ich bin Opposition.“

Jeder sollte darüber nachdenken, welche Freiheitsräume er oder sie in dieser Gesellschaft realisiert haben möchte und was man bereit ist, dafür zu tun.

quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/juergen-wiebicke-zehn-regeln-fuer-demokratie-retter-so.2162.de.html?dram:article_id=382863

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