Stille Revolution – Von der Verrechtlichung neoliberaler Verhältnisse in der EU

Seit Anfang 2010 folgen sich in der EU krisenbedingt Reformvorschläge und neue Regelungen in derart dichter Abfolge, dass selbst genaue Beobachter leicht den Überblick verlieren. Die Vorschläge heißen: Strategie Europa 2020. Europäisches Semester. EFSF. EFSM. Euro-Plus-Pakt. Six Pack. Two Pack. ESM. Fiskalpakt. Bankenunion. Verträge für Wettbewerbsfähigkeit.

EU-Flaggen

Stille Revolution – Von der Verrechtlichung neoliberaler Verhältnisse in der EU

Von Barbara Eisenmann
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Die Privatisierung der Depression: Mark Fisher, Hauntology und der kapitalistische Realismus

inception

Was hat Karl Marx mit der aktuellen Popmusik zu tun? Warum ist der Dubstep-Musiker Burial der Edward Hopper der Gegenwart? Warum drohen wir alle zu Jacks zu werden, diesem furchtbar gruseligen Jack aus dem Film „The Shining“, wie ihn Jack Nicholson eindrücklich verkörpert hat? Mark Fisher weiß die Antworten.

Der britische Kulturtheoretiker machte als Weggefährte von Simon Reynolds („Retromania“) mit seinem Blog „k-punk“ auf sich aufmerksam. In seinem Essay „Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?“ untersuchte er die Auswirkungen des Neoliberalismus auf Psyche, Schule, Leben und Popkultur.

Nun hat er in Großbritannien sein neues Buch „Ghosts of my Life“ veröffentlicht. Er greift darin das von Jaques Derrida eingeführte Phänomen der Hauntology auf. Derrida beschrieb usprünglich, dass Europa von den Geistern seiner Vergangenheit, dem Marxismus, auch in Zukunft noch heimgesucht werde – denn die sozialen Probleme würden im Kapitalismus eher mehr als weniger. Fisher überträgt dieses Konzept vom Marxismus auf die heutige Musiklandschaft.

Marx goes Pop

Seine These: Wir, das Fußvolk im kapitalistischen System, sind im Hamsterrad des ewigen Kreislaufs von Produktion und Konsum gefangen und können weder vor, noch zurück. Wir haben unsere Kreativität und unsere Zukunft verloren.

Mark Fisher weist das an den Sackgassen auf, in die sich die Popkultur des 21. Jahrhunderts manövriert hat: die Krise des Pop und der Aufstieg des Neoliberalismus gehen Hand in Hand – eine bestechende, extrem spannende Gesellschaftsanalyse.

Quelle: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/kolumnen-sendungen/generator/generator-mark-fisher100.html Erstausstrahlung: 1. Juni 2014