Jugendliche in Ostdeutschland: Wir waren wie Brüder

Unser Autor ist vor Neonazis weggelaufen und er war mit Rechten befreundet. In den Neunzigern in Ostdeutschland ging das zusammen. Und heute?
von: Daniel Schulz

Jugendliche in Ostdeutschland Wir waren wie Brüder Unser Autor ist vor Neonazis weggelaufen und er war mit Rechten befreundet. In den Neunzigern in Ostdeutschland ging das zusammen. Continue reading „Jugendliche in Ostdeutschland: Wir waren wie Brüder“

DDR neu erzählen

Eingang Industrieruine
Bild: VEB-Kombinat von Tama66 unter CC 0

Erinnerungspolitik

Die meisten ehemaligen DDR-Bürger finden sich in der offiziellen Erinnerungspolitik nicht wieder. Sie reduziert das Leben in der DDR auf Täter und Opfer der Stasi. Der Historiker Karsten Krampitz plädiert für einen neuen Blick auf die DDR, ohne sie zu dämonisieren, aber auch ohne sie zu verklären.

Von Karsten Krampitz


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Die nächste Ungleichheit

quelle: pixabay under CC 0

Hitzewelle Die Teilung in Arm und Reich lässt sich auch beim Klima nicht ignorieren: Während sich Wohlhabende Kühlung verschaffen, schwitzen sich andere tot

von Amy Fleming

Als in diesem Sommer die Hitzewelle durch die kanadische Provinz Quebec zog und in wenig mehr als einer Woche 90 Todesopfer forderte, hat derunbarmherzige Sonnenschein die Ungleichheit zwischen Arm und Reich deutlich gemacht. In Montreal, der größten Stadt der Provinz, suchten die wohlhabenden Einwohner in herrlich von Klimaanlagen gekühlten Büros und Häusern Schutz. Die Obdachlosen der Stadt – die normalerweise in öffentlichen Räumen wie Shopping Malls und Restaurants nicht willkommen sind – hatten es dagegen schwer, sich der bleiernen Hitze zu entziehen.
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Lesen ist eine unverzichtbare Kulturtechnik

Bild: teenager unter CC0 Creative Commons

Jugendliche, die kaum noch lesen können, Verlage, deren Umsätze einbrechen – Deutschland schafft gerade das Lesen ab, beklagt Susanne Gaschke. Die Journalistin fordert eine Bildungspolitik im Geist der Aufklärung. Die brauche keinen Digitalpakt, sondern eine Leseoffensive.

Von Susanne Gaschke

Für eine Bildungspolitik im Geist der Aufklärung

Deutschland gewöhnt sich gerade das Lesen ab. Und zwar auf allen Ebenen: Grundschüler ringen mit dem Aufbau eines Wortschatzes und sind selbst am Ende der vierten Klasse oft noch weit vom flüssigen, sinnentnehmenden Lesen entfernt. Auch das Schreiben bereitet ihnen Mühe. Fragwürdige Unterrichtsmethoden wie das so genannte „Lesen durch Schreiben“ machen es ganz besonders den schwächeren Schülern schwer, sich schriftlich fehlerfrei auszudrücken.
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Medienbildung im 21. Jahrhundert


Die verkehrspolizeiliche Metaphorik der genannten Bildungsoffensiven suggeriert die Ausrichtung auf einen effizienten, reibungslosen Verkehr auf der Datenautobahn.

Von: Petra Missomelius und Roberto Simanowski (07.04.2014)

Polizisten kommen jetzt öfter in die Schulen. Früher für den Verkehrsunterricht, heute auch, um Schüler über die Gefahren des Datenhighways aufzuklären: über Cyber-Mobbing, Datenschutz und sexuelle Belästigung.1 Dagegen ist nichts einzuwenden. Auch nicht gegen die Pädagogik der Abschreckung, die gern an einem ausgewählten Schüler zeigt, wie viel man über ihn erfährt allein aus dem, was er selbst dem Netz anvertraut hat. Das Staunen ist dann so groß wie die Einsicht. Erfahrungen am eigenen Leib oder dem der Mitschüler sind so eindrucksvoll wie die clever gemachten bewahrpädagogischen Aufklärungsvideos der actioninnocence.org oder der EU-Initiative klicksafe.de zu den Gefahren des Internet. Und sie sind alle unverzichtbar, denn viele wissen nicht einmal dies.

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A radical proposal to keep your personal data safe

Von Richard Tanzer Fotografie / VeroPayEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

von Richard Stallman

The surveillance imposed on us today is worse than in the Soviet Union. We need laws to stop this data being collected in the first place

Journalists have been asking me whether the revulsion against the abuse of Facebook data could be a turning point for the campaign to recover privacy. That could happen, if the public makes its campaign broader and deeper.

Broader, meaning extending to all surveillance systems, not just Facebook. Deeper, meaning to advance from regulating the use of data to regulating the accumulation of data. Because surveillance is so pervasive, restoring privacy is necessarily a big change, and requires powerful measures. Continue reading „A radical proposal to keep your personal data safe“

Müssen wir die Wirtschaftstheorie neu denken?

von Trexer (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Die herkömmlichen Ökonomie-Lehrbücher vertreten nur die eine Theorie: die Neoklassik, die auf einem mechanistischen Weltbild basiert. Der Mensch ist hier ein Nutzenmaximierer, ein Homo oeconomicus. Das ist im Curriculum der Cusanus Hochschule anders. Dort wird der Humanismus gelehrt.

Von Nora Bauer

Studierende gegen den Homo Oeconomicus

„What they show you here is the wealth and income from 1900 …“
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Niemand hat nichts zu verbergen

Das Geheimnis hat ein Janusgesicht. Natürlich muss es gewahrt bleiben. Aber genauso natürlich plaudern wir es aus. „Sag es niemanden weiter!“ Erst (mit-)geteilt bekommt es seinen ganz eigenen Nimbus, seine Kraft, Menschen an uns zu binden.

Bild: „34c3“ von „egm unter CC BY-SA 4.0

Von: Martin Zeyn


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Integration: Ihr habt alle Chancen!

Murat Kurznat (2011)

Fünf Jahre lang saß Murat Kurnaz im Lager Guantánamo, heute ist er Sozialarbeiter in Bremen. Mit einem Appell wendet er sich an Migrantenkinder, wie er selbst eines war – und an junge Flüchtlinge.

Von: Murat Kurnaz

Ich treffe häufiger mal Jungs, deren größtes Ziel es ist, reich zu werden. Die damit prahlen, Drogen verkaufen zu wollen oder die Mafia toll zu finden. Alter, sagen sie: Alles, bloß kein Opfer. Ich hol dann mein Smartphone raus und zeige ihnen YouTube-Videos, Knastalltag in der JVA Tegel. Guckt mal, das war auch ein ganz Harter. Ist das euer Traum? Ihr werdet nicht reich. Ihr kriegt keinen Porsche. Da landet ihr, schaut es euch genau an. Ihr habt zwei Möglichkeiten, sage ich: Ihr macht euch das Leben selber kaputt. Oder ihr integriert euch, verdammt noch mal! Ich darf das sagen. Ich habe Erfahrung mit Integration. Genauer: mit Re-Integration.

Sie erinnern sich bestimmt an mich. Ich bin der aus Guantánamo. Der Bremer Türke. Der, der diesen irren Vollbart hatte, als er nach fünf Jahren rauskam.
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