Lesen ist eine unverzichtbare Kulturtechnik

Bild: teenager unter CC0 Creative Commons

Jugendliche, die kaum noch lesen können, Verlage, deren Umsätze einbrechen – Deutschland schafft gerade das Lesen ab, beklagt Susanne Gaschke. Die Journalistin fordert eine Bildungspolitik im Geist der Aufklärung. Die brauche keinen Digitalpakt, sondern eine Leseoffensive.

Von Susanne Gaschke

Für eine Bildungspolitik im Geist der Aufklärung

Deutschland gewöhnt sich gerade das Lesen ab. Und zwar auf allen Ebenen: Grundschüler ringen mit dem Aufbau eines Wortschatzes und sind selbst am Ende der vierten Klasse oft noch weit vom flüssigen, sinnentnehmenden Lesen entfernt. Auch das Schreiben bereitet ihnen Mühe. Fragwürdige Unterrichtsmethoden wie das so genannte „Lesen durch Schreiben“ machen es ganz besonders den schwächeren Schülern schwer, sich schriftlich fehlerfrei auszudrücken.
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Medienbildung im 21. Jahrhundert


Die verkehrspolizeiliche Metaphorik der genannten Bildungsoffensiven suggeriert die Ausrichtung auf einen effizienten, reibungslosen Verkehr auf der Datenautobahn.

Von: Petra Missomelius und Roberto Simanowski (07.04.2014)

Polizisten kommen jetzt öfter in die Schulen. Früher für den Verkehrsunterricht, heute auch, um Schüler über die Gefahren des Datenhighways aufzuklären: über Cyber-Mobbing, Datenschutz und sexuelle Belästigung.1 Dagegen ist nichts einzuwenden. Auch nicht gegen die Pädagogik der Abschreckung, die gern an einem ausgewählten Schüler zeigt, wie viel man über ihn erfährt allein aus dem, was er selbst dem Netz anvertraut hat. Das Staunen ist dann so groß wie die Einsicht. Erfahrungen am eigenen Leib oder dem der Mitschüler sind so eindrucksvoll wie die clever gemachten bewahrpädagogischen Aufklärungsvideos der actioninnocence.org oder der EU-Initiative klicksafe.de zu den Gefahren des Internet. Und sie sind alle unverzichtbar, denn viele wissen nicht einmal dies.

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Niemand hat nichts zu verbergen

Das Geheimnis hat ein Janusgesicht. Natürlich muss es gewahrt bleiben. Aber genauso natürlich plaudern wir es aus. „Sag es niemanden weiter!“ Erst (mit-)geteilt bekommt es seinen ganz eigenen Nimbus, seine Kraft, Menschen an uns zu binden.

Bild: „34c3“ von „egm unter CC BY-SA 4.0

Von: Martin Zeyn


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Open Access Guerilla Manifest


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Open Access Guerilla Manifest

von: Aaron Swartz (Übersetzung: Jan-Christoph Borchardt)

Information ist Macht. Und wie bei jeglicher Macht gibt es jene, die sie für sich behalten wollen. Das komplette wissenschaftliche und kulturelle Erbe der Welt, über Jahrhunderte in Büchern und Fachzeitschriften veröffentlicht, wird mehr und mehr von einer Handvoll privater Konzerne digitalisiert und weggeschlossen. Möchtest du die Papers mit den bekanntesten wissenschaftlichen Ergebnissen lesen? Dann musst du enorme Summen an Verleger wie Reed Elsevier senden.
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„Our minds can be hijacked“: the tech insiders who fear a smartphone dystopia

Google, Twitter and Facebook workers who helped make technology so addictive are disconnecting themselves from the internet. Paul Lewis reports on the Silicon Valley refuseniks alarmed by a race for human attention

from: Paul Lewis

Justin Rosenstein had tweaked his laptop’s operating system to block Reddit, banned himself from Snapchat, which he compares to heroin, and imposed limits on his use of Facebook. But even that wasn’t enough. In August, the 34-year-old tech executive took a more radical step to restrict his use of social media and other addictive technologies.
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Widerstände und neue Widerstands-Möglichkeiten

Raus aus dem User Dasein!

Die Technokraten der IT-Offensive begnügen sich nicht mit der Entwicklung von Erfindungen, oder Techniken deren Anwendung oder Ablehnung sie den gesellschaftspolitischen Akteuren überlassen. Sie sorgen mit der Entwicklung eines technologischen Schubs für eine grundlegende Veränderung von Gesellschaft. Technologie macht damit in noch viel stärkerem Maße Politik als wir das bisher kennen. Die Appifizierung des Sozialen gelingt nur deshalb so reibungslos, weil wir bewusstlos als Bequemlichkeitsverblendete „User“ mitmachen. Continue reading „Widerstände und neue Widerstands-Möglichkeiten“

Moderne Kriegführung – Automatisierte und autonome Systeme in der Militär- und Waffentechnik

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von Ulrike Esther Franke

„Krieg ist ein zu ernstes Geschäft, als dass man ihn den Computern überlassen dürfte.“ Mit diesem von Georges Clemenceau inspirierten Zitat endete 2014 ein Beitrag zur automatisierten Kriegführung des Politikwissenschaftlers Niklas Schörnig.[1] Wie er zeigen sich weltweit viele Expertinnen und Experten besorgt angesichts der zunehmenden Automatisierung von Militär- und Waffentechnik. Schlafwandeln wir in eine Welt, in der autonome Waffensysteme gegen Menschen eingesetzt werden und ein globaler Rüstungswettlauf um „Killerroboter“ droht?

In diesem Artikel werden die aktuellen Entwicklungen im Bereich der automatisierten Kriegführung besprochen. Welche Formen der Automatisierung und Autonomie von Militärtechnik und Waffensystemen werden schon heutzutage in der Kriegführung eingesetzt? Welche Erklärungen gibt es für den Trend zu immer größerer Automatisierung bis hin zur Autonomie? Es wird gezeigt, dass bereits diejenigen Systeme, die heute oder in naher Zukunft verwendet werden, Probleme aufwerfen. Die Gefahr besteht, dass ohne eine breite öffentliche Diskussion und ein Verbot bestimmter Systeme und Funktionen die Entwicklung hin zu einer Situation, in der Roboter selbst entscheiden, Menschen zu töten, kaum aufzuhalten ist. Continue reading „Moderne Kriegführung – Automatisierte und autonome Systeme in der Militär- und Waffentechnik“

Entschleunigung: Drei Dinge, die mir Angst machen, wenn ich an die Zukunft denke

rest von Hans unter CC 0
rest von Hans unter CC 0

Der Start-up-Gründer Tariq Krim war überzeugt, dass das Internet die Welt besser macht. Bis ihn das digitale Fast Food im Kopf fast um den Verstand brachte.

von Tariq Krim

Es ging mir nicht gut in den letzten Jahren, einige meiner Freunde wissen das. Ich war ohne Halt, mein Körper und mein Geist drifteten auseinander, trieben wie im Ozean, wohin die Strömung sie trug. Ein unheimliches Gefühl. Und ich wusste genau, woher es kam. Meine Liebe für die Welt der Technik ist erloschen, meine Begeisterung für die Zukunft verflogen. Zumindest für jene Zukunft, die heute gestaltet wird.
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Interfaces, Devices, Brain images

To be experimental and fluid in our approaches and to play with our tools rather than just to utilize them is important to grasp the fascinating complexity of contemporary societies. To investigate digital cultures with scientific research methods means to both be exceedingly precise in analyzing and simulating the fragile mechanisms, infrastructures and protocols that constitute them, and to get our hands dirty. – cdc.leuphana.com